Gesendet von der Maus

Mein Mann sitzt im Garten und meditiert, während die aufgehende Sonne langsam den Tag wach kitzelt. Auch seine Sinne erwärmen sich auf dem bequemen Liegekissen.

Noch mit geschlossenen Augen nimmt er wahr, dass er nicht mehr alleine in diesem Moment das Erwachens verweilt. Er öffnet seine Augen und sein Blick richtet sich nach unten auf die dürre Grasfläche zu seiner Linken. Ein kleines Feldmäuschen kuschelt ihren winzigen Körper an den Stoff des violetten Polsters, der sich durch des Gewicht des darauf liegenden Menschen gestrafft hat. Die Nagetieräugelein zart geschlossen, genießt das kleine Seelchen die Sonnenstrahlen auf ihrem Pelz und lässt das Licht aus ihrem augenscheinlich, monochromen Braun ein entzückendes Mini-Fellmeer aus unzähligen, brünetten Farbwellen hervorbringen.

Mein Mann führt seine Hand in Zeitlupe Richtung des Besuchers. Er streckt seinen Zeigerfinger behutsam nach dem Winzling, bis seine Fingerbeere das samtweiche Bündel berührt. Feinfühlig säht er ein paar Streicheleinheiten. Er fühlt die zierliche Wirbelsäule und wie das Mäuseköpfchen unter seiner menschlichen Berührung kaum merklich nachgibt.

Die kleine Maus empfängt vertrauensvoll die wohlwollende Berührung eines artfremden Erdbewohners und lässt gleichzeitig im Herzen ihres neuen Freundes Frieden einkehren.

Kaum hat mein Mann diese zauberhafte Begegnung in seiner Seele verankert, tippelt die Maus wieder von dannen. Von Tränen gerührt schaut er dem Wesen nach, bis es raschelnd im Efeu des gegenüberliegenden Zauns verschwindet. Später berichtet er mir und meiner Freundin von dem herzerweichenden Zusammentreffen von Mann und Maus. Ein wahre Begebenheit.

Jeden Tag geschehen größere und bedeutsamere Dinge direkt vor unserer Nase, als dass, was uns aktuell laut Politik und Medien beschäftigen soll. Kehren wir dort ein, wo die Wahrheit zu finden ist, nämlich im Licht unserer Herzen, dann fühlen wir wonach wir uns wirklich sehen. In Frieden und Einklang mit allem zu leben was beseelt. Und wie von Zauberhand wird dieses Gefühl zu einem Magnet für unvergessliche Erlebnisse.

Vielleicht hat die kleine Maus gedacht: Mann, jetzt wo viele Menschen beginnen ihren Geist in der Natur zu beruhigen, muss ich feststellen, dass diese Zweibeiner gar nicht so übel sind.

Wenn eine kleine Maus es schafft einem Riesen ihr Vertrauen zu schenken, dann können auch wir den Mut finden zu vertrauen. Auch wenn uns hin und wieder etwas auf den ersten Blick bedrohlich erscheint.

Danke, kleiner Mäuse-Guru! Ich will so sein wie du!

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