Ein Hoch auf den Kopf

Der Anlass für diesen kopflastigen Beitrag ist die Erfahrung einer lieben Schwester, die ich mit dieser teilen durfte. Ihr Kopf hat sich während eines gemeinsamen Rituals liebevoll Raum erobert und mir so einen Anreiz verschafft über ihn zu schreiben. Er bekommt folgend auch einen Platz bei HappyWildSoul, obwohl es sich hier meistens eher um Herzensangelegenheiten dreht.

Auf Grund dessen sind Kopfangelegenheiten wohl keine Herzenssache. Sind Kopf und Herz in zwei verschiedenen Schubladen verstaut? Und doch sind beide im selben Schrank Mensch zu öffnen! Brauchen wir überhaupt die ganzen Schubladen oder könnten wir nicht all unsere Herzwäsche zusammen mit den Kopfaccessoieres in einem großen Korb aufbewahren? Graue Haare auf dem Kopf wegen Billy, Pax und Co. gäbe es dann jedenfalls keine. Graust du noch oder lebst du schon?

Unser Kopf kann ganz schön viele Fragen stellen und noch viel mehr Antworten geben. Was also tun mit dem Ding da ganz oben auf unserem Körper? Mein Vorschlag: Macht euch den Kopf zu eurem Freund!

Vieles dreht sich darum endlich ins Fühlen zu kommen und weniger zu grübeln. Immer diese Gedankenschmutzwäsche und das ständige Ausmisten von altem und unbrauchbaren Zeug aus er obersten Kopf-Lade. Meditiere und mach’ deinen Kopf leer. Und wenn er wieder voll ist, beginnst du wieder von vorne. Meditation ist sehr heilsam. Doch nicht jeder kann sich für die innere Einkehr und Beobachtung seiner eigenen Gedanken begeistern. Jedoch ist die Sehnsucht nach Besinnung überall spürbar. Es gibt mittlerweile sogar viele tolle Apps, die auf dieses kollektive Bedürfnis antworten.

Aus den indischen Weisheiten über Chakren wissen wir, dass auch der Kopf, einen solchen Energiewirbel aufweist. Es nennt sich Kronen-oder Scheitelchakra. Diesem Energierad wird die Bedeutung von Spiritualität, Stille, Frieden, Vollkommenheit und auch die Anbindung zu unserem Schöpfer zugeschrieben. So ist unser Kopf absolut beachtenswert! Keine Schublade die wir zuschubsen sollten. Vielmehr eine Schublade mit goldenem Griff und bunten Verschnörkelungen oder Softclose-Mechanismus für Technikverliebte.

Oft gebe ich dem Kopf unrecht und dem Herz Recht. Der Kopf landet dann in der untersten Schublade, wo nur das Zeug ist, zudem ich mich nicht gerne hinunter bücke. Das hat er nicht verdient. Auch wenn er manchmal echt ein besserwisserisicher Quälgeist ist!

Außer der Gedanken-Loveparade, die so oft im Kopfinneren abgehalten wird, hat der Kopf noch anderes zu bieten. Zum Beispiel hat er zwei Ohren mit niedlichen Ohrläppchen für meine Federohrringe, die ich so liebe. Die Eichhörnchen morgens nehme ich als erstes mit den Augen in meinem Kopf wahr. Und erst dann weiß mein Herz Bescheid und kann vor Freude hüpfen! Wenn es mal wieder Zeit zum duschen ist, dann sagt mir das die Nase mitten in meinen Gesicht, an meinem Kopf. Manchmal reicht es eben doch nicht nur jeden Samstag ein Date mit der Brause zu haben, grins. Auf den Kopf ist dann rechtzeitig Verlass. Mein Kopf ist auch das erste, was ich morgens benutze, wenn ich meinen Mann nach dem aufwachen anlächle. Anschließend ist mein Kopf auch der Erste, der in den Genuss einer menschlichen Berührung kommt: Nämlich mit dem entzückenden Guten-Morgen-Kuss!

Oft habe ich mich dabei erwischt, den Kopf zum Feind meines Herzens zu machen. Diesen Kampf möchte ich nicht mehr bei mir tragen. Der Kopf möchte genauso geliebt werden wie das Herz. Er ist nicht weniger. Das Herz ist nicht mehr.

Wir neigen dazu alles einzuordnen und in irgendein Verhältnis zu setzen. Von oben nach unten, von innen nach außen, wichtig und unwichtig, wahr oder gelogen, rational oder spirituell, Menschen der Taten, Menschen vieler Worte, finanzielle Freiheit und Geld macht ja doch nicht glücklich.

Was ich in den vergangen Jahren für mich gelernt habe ist, dass alles was da ist wichtig ist. Jedes Insekt, auch wenn ich lieber Honigbienen mit Pollenhöschen betrachte als große schwarze Spinnen. Die schlechten Gedanken über mich helfen mir genauso wie die Liebevollen. Das eine kann ohne das andere nie sein. Im Kleinen wie im Großen. In unserem Körper sowie außerhalb davon. Krankheit ist ein Geschenk, genauso wie Gesundheit. Jede Erfahrung ist wertvoll, einfach weil sie existiert.

Die Lotusblüte symbolisiert im fernöstlichen Kulturkreis das Kronenchakra. Die Blume steht für Transformation. Der Anfang neue Wege zu gehen und nichts mehr in Schubladen zu packen.

Wir finden hier im menschlichen Dasein vielleicht nicht alle Antworten. Doch ein Weg des Friedens ist immer erstrebenswert. Und so mache ich mir zuerst meinen strubbeligen Kopf zum Freund.

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